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Die "LIKOs" auf der Summerauerbahn

Der Transport von gemahlener Steinkohle aus dem nordmährischen Kohlerevier rund um Ostrau gehört seit dem 04.04.2005 zu den Kernaufgaben von CargoServ.
Im Fahrplanjahr 2007/2008 werden zwischen den Bahnhöfen Linz Stahlwerke und Summerau die Zugpaare 47533 - 47534 (tschechischer Zielbahnhof ist Dul CSM), 47541 - 47542 (tschechischer Zielbahnhof ist Dul Paskov) sowie 47545 - 47546 bzw. 47537 - 47538 (tschechischer Zielbahnhof ist Karvina Doly) geführt. Ab Summerau übernimmt Partner CD den Weitertransport. Im ostmährischen Kohlerevier selbst obliegt der Transport und die Beladung der Züge dem tschechischen EVU OKD. (Stand vom 01.01.2008)
Die LIKO (= Linz Kohle) - wie die Züge auch genannt werden - bestehen meist aus 25 Waggons der Type Eaos und sind 350 m lang. Die leeren Züge Richtung Norden wiegen im Regelfall an die 670 Tonnen. Nicht immer verkehren die LIKOs aber "reinrassig", denn es kommt des Öfteren vor, dass diesen Zügen Coilwaggons beigegeben werden, die zwischen Linz und ihren polnischen Empfängern verkehren. Doch davon später.
Die folgenden Bilder möchten ein wenig von der wunderbaren Stimmung an der Summerauerbahn in Oberösterreich einfangen. Auf dieser herrlichen Strecke sind die LIKOs neben den Autozügen natürlich "die Stars" des Bahnverkehrs schlechthin.





Während sich der leere LIKO unaufhaltsam dem Grenzbahnhof Summerau nähert, tut sich auch auf tschechischer Seite einiges. Weilt man im stillen Grenzland rund um Deutsch Hörschlag, kann man schon von weitem das Dröhnen der schweren CD-Dieselloks der Rh 711 hören. Sie sind es, die meistens die voll beladenen LIKOs von Horni Dvoriste über die europäische Wasserscheide zwischen Moldau und Donau schleppen.
Abwechselnd kommen auch Zweisystemloks der Rh 340 zum Einsatz. Dann geht der Transport wesentlich ruhiger und umweltfreundlicher, aber natürlich bei weitem nicht so spektakulär über die Bühne.
Ganz selten gelangen sogar "Bardotkas", wie man die eleganten Loks der Rh 749 auch nennt - vor den Kohlenzügen nach Summerau.





Kaum ist der leere LIKO aus Linz in Summerau zum Stillstand gekommen, geht die CargoServ-Schönheit schon vom Zug, die tschechische Kollegin, die zuvor einen vollen LIKO aus ihrer Heimat angeschleppt hat, schnappt sich das "Leergebinde" und bringt es postwendend zurück nach Horni Dvoriste, wo im Regelfall bereits ein Lok-Tandem, bestehend aus der CD-Reihe 240 - auch "Laminatka" genannt - wartet, um den Zug zur neuerlichen Beladung nach Mähren zu bringen.





Die CargoServ-Lok ihrerseits fährt in der Zwischenzeit an den vollen LIKO. Sobald es das Signalbild am Ausfahrsignal von Summerau zulässt, legt sich die elegante Lok mächtig ins Zeug. Die Anhängelast ist nun doch etwas beachtlicher als vorher. Immerhin bringt so ein voll beladener LIKO an die 2.000 Tonnen auf die Waage. Auf diese Weise werden pro Jahr etwa 1.000.000 Tonnen Kohle von Mähren nach Linz befördert.
Und wieder soll eine Bilderstaffel Impressionen von den LIKOs auf der Fahrt durch das wunderbare Mühlviertel im Norden Oberösterreichs vermitteln.





Der Fahrtwind wirbelt Kohlenstaub in die Luft und lässt das Herz so mancher Hausfrau, die gerade ihre Wäsche zum Trocknen in Garten aufgehängt hat, höher schlagen. Aber gut - Spaß muss auch sein! Seit dem 09.07.2008 ist es ohnehin vorbei mit dieser staubenden "Herrlichkeit", denn nach Anrainerprotesten hat CargoServ den Antrag gestellt, dass die Kohlezüge zumindest im Streckenabschnitt zwischen St.Georgen an der Gusen und Linz Stahlwerke nur mehr mit einer Höchstgeschwindigkeit von Vmax 60 km/h verkehren dürfen. Eine entsprechende Fahrplananordnung wurden seitens des Netzbetreibers unverzüglich erlassen! Derzeit werden auch die Eaos-Waggons nicht mehr gehäuft befüllt, so dass das ehemalige Problem nunmehr aus der Welt geschafft ist.