Vom Bf. Steyrling aus ist der riesige Kalksteinbruch, der dem Berg eine gewaltige Wunde zufügt, gut zu beobachten. Gleich darunter befindet sich das Brechwerk und der Terminal, wo der gewonnene Kalkschotter in die Waggons des "Steyrlingers" gefüllt wird.
Was da so an "geheimnisvollen Bewegungen" vor sich geht, wollen wir nun einmal etwas genauer beobachten: Ein leerer "Steyrlinger" aus Linz rollt langsam in den Bahnhof und hält an. Der Lokführer hängt den Zug ab, dann wechselt er mit seiner Lok auf das noch verbleibende freie Gleis, fährt am leeren "Steyrlinger" vorbei und erreicht über das gewaltige Steyrlingviadukt den Verladeterminal, wo schon ein beladener "Steyrlinger" bereitsteht. Nach wenigen Minuten zieht er den Zug aus dem Terminal ab und schleppt ihn auf das freie Gleis im Bf.Steyrling.
Nun sind durchgehende Zugfahrten auf der "Pyhrn" nicht mehr möglich, denn es gibt kein freies Gleis mehr.
Rasch wird der Eurosprinter vom Zug abgehängt. Über den Weichenbereich gelangt er erneut an den leeren "Steyrlinger". Irgendwie kommen einem bei diesem Anblick allerdings manchmal Bedenken, denn der Lokführer sitzt oft nicht am Bock sondern lässt sich den Fahrtwind um die Ohren sausen! Wie von Geisterhand gesteuert, fährt die Lok an den Zug, vor dem der Lokführer schon zum Kuppeln bereitsteht. Natürlich - die "Geisterhand" besteht aus einem kleinen Bauchladen, von dem aus das Kraftpaket millimetergenau gesteuert werden kann. Diese "Einmann-Show" beim Verschub in Steyrling ist auch der Grund, warum bei den Kalkschotterverkehren nur Loks mit Fernsteuerung eingesetzt werden können. Derzeit sind das die angesprochenen Diesel der Reihe 1504 sowie die Eurosprinter 080, 081 und 082.
Nachdem die Lok gekuppelt und die Luftleitung geschlossen ist, wird vom Lokführer sozusagen "im Vorbeigehen" die Bremsprobe erledigt.
Angelangt beim letzten Waggon genügt ein kleiner Handgriff am Bauchladen, das Zugende wird plötzlich zur Zugspitze umfunktioniert, die Lok steuert hoch und schiebt den leeren "Steyrlinger" in den Verladeterminal, wo der Zug in mehrere Teile zerlegt und anschließend die einzelnen Waggongruppen von einem Verschubroboter unter den Beladetrichtern zur Beladung durchgeschoben werden. Ist auch dieser Vorgang abgeschlossen, wird erneut ein Ganzzug gebildet und zur Abholung bereitgestellt.
|