hausruck

Im Hügelland des Hausrucks


Im Gegensatz zum Innviertel sind im Hausruckviertel die Erhebungen und damit auch die Täler wesentlich ausgeprägter. Die Passauerbahn folgt in diesem Abschnitt den Flussläufen der Dürren Aschach, der Trattnach und des Innbaches. Das Erscheinungsbild der Strecke ist von mehreren spektakulären Kurven geprägt, wobei allerdings den Kurven von Haiding im Folgenden ein eigenes Kapitel gewidmet wird; zu vielfältig sind dort die Möglichkeiten, die Bahn ins rechte Bild zu setzen. Neben der Bezirkshauptstadt Grieskirchen passiert die Passauerbahn in diesem Abschnitt auch den weltberühmten Kurort Bad Schallerbach. Ansonsten prägen - wie im Innviertel - Ackerbau und Viehzucht das Land.

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Das Hausruckviertel beginnt zunächst ganz harmlos mit einem Halt in Kumpfmühl. Ein- und aussteigen will hier tagsüber allerdings niemand, nur in den Tagesrandzeiten rechtfertigt die Frequenz diesen Haltepunkt.
Dafür geben sich die Modernität einer Hochleistungsstrecke und die allgegenwärtig vorhandene ländliche Idylle ein Stelldichein. Nur zaghaft lassen sich potentielle Fahrgäste blicken, verschwinden aber sofort, wenn sich ein durchfahrender Zug nähert! weitere Bilder
Doch schon wenige Meter nach der Hst. Kumpfmühl bietet uns die Passauerbahn einen kleinen Vorgeschmack auf das, was uns auf den nächsten 30 Kilometern erwarten wird - gewaltige Kurven! Der Bogen von Kumpfmühl setzt den ersten Paukenschlag. Mit seiner Hilfe verlassen die Züge der Passauerbahn das Tal der Pram und wenden sich dem Tal der Dürren Aschach zu. weitere Bilder
Unten am Gleisniveau sticht die Riesenhaftigkeit des Bogens gar nicht so ins Auge, erst aus einer erhöhten Position in den Hügeln ist zu erkennen, dass man es in Kumpfmühl mit einer Richtungsänderung von fast 120 zu tun hat. Der Kirchturm von Dorf an der Pram wacht darüber, dass sich hier alles in geordneten Bahnen abspielt. weitere Bilder
Auf Höhe des Weilers Jebing ist das Werk dann vollendet. Nun geht es schnurgerade Richtung Osten hinauf zur Überleitstelle Kimpling. Eine kleine Nebenstraße überbrückt an dieser Stelle die Bahnmagistrale und sorgt für die entsprechenden "Verbindungen" zwischen Hof und Feld. Eine Bahnmagistrale verbindet schließlich nicht nur - sie trennt auch! weitere Bilder
Nach der Durchfahrt unter der Brücke öffnet sich bereits der Blick auf die Ortschaft Kimpling, die aus der Ferne von einem Hügel herab grüßt. Auch diese Fotostelle ist ein absoluter "Klassiker" entlang der Passauerbahn. weitere Bilder
Wer noch in der Lage ist, ein bisschen über den Schienenkopf hinaus zu blicken, dem eröffnen sich in diesem Abschnitt immer wieder faszinierende Ausblicke auf das Tote Gebirge und den Traunstein im südlichen Oberösterreich.
Am Ende der Geraden taucht urplötzlich die Hst. Kimpling auf. Der gleichnamige Ort hat ja schon länger das Bild der Landschaft geprägt. Gleich danach beginnt wieder eine Kurve und gewährt uns spektakuläre Einblicke in den Betrieb der Passauerbahn. weitere Bilder
Über dem harten Bahnalltag thront die schmucke Pfarrkirche von Kimpling.
Ist die Kurve durchfahren, folgt eine kurze Gerade, in deren Nachbarschaft die kleine Häusergruppe von Parzleiten liegt.
Noch sind die Felder nicht bestellt, so dass man die Züge der Passauerbahn auch fotografieren kann, wenn sie im Bereich Parzleiten eine kleine Landstraße unterqueren. Der Feldbewuchs wird dies in wenigen Wochen zu verhindern wissen!
Die klassische Fotoposition von Parzleiten ist aber ohnehin jene, die uns die Richtung Wels fahrenden Züge näher bringt. weitere Bilder
Gleich nach der Überfahrtsbrücke von Parzleiten beginnt erneut eine gewaltige Richtungsänderung. weitere Bilder
Die mächtigen Bauernhäuser von Obernfurt geben dieser Kurve im weiteren Verlauf den malerischen Hintergrund ab. Auch an dieser Stelle legt erst die Sicht aus einer etwas höheren Position die gewaltigen Kurvenausmaße offen. weitere Bilder
Plötzlich taucht abseits der Passauerbahn noch ein Gleisstrang auf und eine Diesellok schleppt einen langen Personenzug durch das weitläufige Tal. Um ein bisschen Orientierung zu vermitteln, wollen wir den Hügel im Hintergrund besteigen und einen Blick von dort oben herab auf das Land riskieren.
Im linken Blickfeld grüßt der Turm der Kirche von Kimpling, rechts beschließen die Bauernhäuser von Obernfurth das Bild. Vorne - versteckt hinter den Büschen - schleicht sich jene Bahnstrecke an die Passauerbahn heran, die wir bereits im Bild vorher gesichtet haben. weitere Bilder
Nach rund 700 m Wegstrecke nähert sie die große Kurve von Obernfurth ihrem Ende. weitere Bilder
Nun sehen wir auch jenen Gleisstrang deutlich vor uns, den wir bereits bei der Einfahrt in die Kurve bemerkt haben. Es handelt sich um die nicht elektrifizierte Bahnstrecke nach Ried im Innkreis, Braunau am Inn und Simbach, die im folgenden Bf. Neumarkt-Kallham mit der Passauerbahn verknüpft ist. Ab der Bahnüberführung von Unternfurth geht es dreigleisig Richtung Bf. Neumarkt-Kallham. weitere Bilder
Im Jahre 2009 wurde dieser Streckenabschnitt total umgestaltet und mit einem entsprechenden Mastenwald versehen - eindeutige Indizien für ein "update" in Richtung Hochleistungsbahn.
Einen Signalabstand nach dieser Stelle passieren die Züge der Passauerbahn den am vorigen Bild sichtbaren, gewaltigen Silo der Fa. Duswald und die Einfahrweichen des Bf. Neumarkt-Kallham. weitere Bilder
Auch in diesem Bereich herrscht seit einigen Monaten rege Betriebsamkeit und kein Stein bleibt auf dem anderen. Die Eisenbahnkreuzung der Gemeindestraße nach Hehenberg wird aufgelassen und durch eine mächtige Überführung ersetzt. weitere Bilder
Dann hält der Zug im Bf. Neumarkt-Kallham an. Verwöhnt von der Modernität der bisherigen Haltepunkte fehlen uns hier - ebenso wie in Schärding - Bahnsteige und Unterführungen, obwohl Neumarkt-Kallham der größte Bahnhof zwischen Wels und Passau ist. Alles wirkt ein bisschen provinziell, ein Hauch von Nebenbahn umfängt uns - zumindest bis ins Jahr 2008 herauf. weitere Bilder
Da es sich um einen Abzweigbahnhof handelt, sind Personenzugfahrten keine Seltenheit. Alles rennt über die Gleise und müht sich von den niedrigen Bahnsteigen in die doch teilweise recht hohen Waggons hinein. Das ist für den restlichen Zugverkehr natürlich mehr als hinderlich.
Sind alle Reisenden eingestiegen und die Personenzüge abgefahren, dann kann er endlich wieder rollen - der geldbringende Güterverkehr. weitere Bilder
Seit dem Jahre 2008 hat sich das Bild jedoch grundlegend geändert: Gewaltige Baumaschinen sind aufgefahren, allenthalben wird neu- und umgebaut. Der Bahnhof erhält ein, dem 21. Jhdt. entsprechendes Antlitz mit hohen Bahnsteigen, Bahnsteigdächern, Unterführungen und dem unvermeidlichen Mastenwald. Die Zeiten, in denen jede Personenzugbewegung mehr oder minder zum Stillstand des gesamten Bahnbetriebes geführt hat, werden bald Vergangenheit sein! weitere Bilder
Ein bisschen "Nostalgie" findet sich trotzdem noch immer, denn am Bahnhofvorplatz beginnt eine andere Eisenbahn ihre Reise - die Landesbahn des EVU Stern & Hafferl nach Niederspaching, wo Anschluss an das Netz der LILO nach Peuerbach bzw. nach Linz besteht. weitere Bilder
Bevor wir Neumarkt-Kallham verlassen, besuchen wir noch schnell den sehenswerten Ort und die in der Nachbargemeinde Kallham gelegene Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt. Es lohnt sich - versprochen! weitere Bilder
Hinter Neumarkt ändert sich nun das Bild der Landschaft merklich: Die Hügel werden höher, rücken näher zur Bahn und auch die Ackerflächen werden überschaubarer. Bei der Ausfahrt aus dem Bahnhof verabschiedet sich die Passauerbahn vom Flusslauf der Dürren Aschach, nur die Bahnstrecke der Lokalbahn nach Niederspaching und Waizenkirchen bleibt dem Rinnsal treu. weitere Bilder
Etwa 2 Kilometer hinter Neumarkt nahe der Häusergruppe von Hofmanning beginnt neuerlich eine große S-Kurve, welche uns durch einen markanten Geländeeinschnitt in das Trattnachtal bringen wird. weitere Bilder
Genau in der Mitte der S-Kurve liegt die Überleitstelle Obertrattnach.
Dann überquert die Passauerbahn zum ersten Mal die Trattnach, der sie nun bis Bad Schallerbach folgen wird.
Gleich nach der Trattnachbrücke beginnt der Gegenbogen, in dem die Hst. Obertrattnach - Markt Hofkirchen situiert ist.
Da im unmittelbaren Haltestellenbereich keine größere Wohnsiedlung existiert, müssen die Bahnkunden mit ihren PKWs zur Bahn kommen. Der große Pendlerparkplatz ist folglich meist gut gefüllt. weitere Bilder
Im Anschluss an die Kurve von Obertrattnach folgt eine mehrere Kilometer lange Gerade, die uns durch die Tolleterau in die Bezirkshauptstadt Grieskirchen bringen wird. Knapp links der Bildmitte ist noch der markante Turm der Pfarrkirche von Taufkirchen an der Trattnach erkennbar, während wir in rascher Fahrt dem weiten Trattnachtal folgen. weitere Bilder
Schon von weitem grüßt Schloss Tollet vom Hügel herab. Seine Grundsteinlegung geht auf das Jahr 1331 zurück. Im Laufe der Jahrhunderte diente das Anwesen den verschiedensten Herrschergeschlechtern als Wohnsitz. Nach einer Phase des Verfalls im vergangenen Jahrhundert wird seit 2003 emsig an der Restaurierung gearbeitet. U. a. werden 8 Wohnungen entstehen und auch das Amt der Gemeinde Tollet soll hierher verlegt werden.
Rasch wird nun die Besiedlung dichter. Sportanlagen sind ebenfalls ein untrügliches Zeichen dafür, dass demnächst eine größere Ansiedlung erreicht wird. weitere Bilder
Plötzlich verstellen wieder hohe Lärmschutzwände die Sicht aus dem Waggonfenster. Nach wenigen Augenblicken hält unser Zug im Bf. Grieskirchen-Gallspach an.
Das alte Stellwerk hat natürlich längst ausgedient, denn der Bahnhof wird von Neumarkt-Kallham aus ferngesteuert. Heute dient das ehemalige Bahngebäude dem Modellbahnclub Grieskirchen als Herberge.
Klein und modern präsentiert sich das Empfangsgebäude von Grieskirchen. In seiner Bescheidenheit wird es von den mächtigen Betonsilos der örtlichen Lagerhausgenossenschaft fast erdrückt.
Auch die Straßenseite reißt niemand vom "architektonischen Hocker". Dieser Baustil mag ja zweckmäßig und kostengünstig sein, aber er passt irgendwie so gar nicht zum schönen Stadtbild von Grieskirchen. weitere Bilder
Einen besonderen "Leckerbissen" in der Umgebung von Grieskirchen stellt Schloss Parz dar.
Allerdings - das sei zur "Ehrrettung des Bahnhofes" aus fotografischer Sicht gesagt - eignet er sich am Vormittag recht gut zum Fotografieren der Züge Richtung Wels, da sich entlang des Durchfahrgleises kein Bahnsteig befindet. weitere Bilder
Da die Lärmschutzwände auch hinter Grieskirchen kein Ende nehmen, registriert man erst beim Halt in der Hst. Schlüßlberg, dass die Passauerbahn noch immer durch dicht besiedeltes Gebiet verläuft. weitere Bilder
Hinter Schlüßlberg fehlen dann die sichtbehindernden Schutzbauten und geben den Blick auf die wunderschöne Landschaft rund um den bald auftauchenden Kurort Bad Schallerbach frei. weitere Bilder
Bad Schallerbach - einer der bekanntesten Kurorte Österreichs, hat seinen Bahnhof natürlich ebenfalls in Lärmschutzwände eingebettet. Hier kann man allerdings für so eine Maßnahme durchaus Verständnis aufbringen - der Kurgast von heute hat ja mit der Bahn wenig bis nichts am Hut!
Von der Straßenseite her ist sogar ein Bahnhofsgebäude erkennbar, allerdings bleibt das Betriebsgeschehen auch aus diesem Blickwinkel verborgen. Dafür ist alles sehr gepflegt und gibt das einem Kurort würdige Bild ab.
Längst sind die Zeiten, als hier noch internationale Schnellzüge angehalten haben, vorbei. Heute erreicht man den Kurort nur mehr mit dem Angebot des Regionalverkehrs - oder eben mit dem PKW! Doch - Lärmschutz hin, Lärmschutz her - die interessanten Züge der Passauerbahn kann man auch hier beobachten, wenn man dazu Lust hat. weitere Bilder
Jeder renommierte Sozialversicherungsträger Österreichs betreibt in Bad Schallerbach ein Kurheim für seine Mitglieder. Dementsprechend elegant und geschäftig präsentiert sich der Ort, wie uns ein kleiner Rundgang zeigt. weitere Bilder
Im Jahr 2009 ist Bad Schallerbach überdies Schauplatz für die Landesgartenschau "Botanica". Vom Bahnhof und von den diversen Parkplätzen werden die Besucher mit einer "Gummibahn" zum Ausstellungsgelände gebracht. Der "Straßenzug" erinnert uns daran, dass wir noch ein Stück Passauerbahn mit der "richtigen" Eisenbahn vor uns haben.
Gleich nach der Ausfahrt aus dem Bf. Bad Schallerbach-Wallern überquert die Passauerbahn ein zweites Mal die Trattnach, um sich unmittelbar danach von ihr zu verabschieden und in einem mächtigen, wegen des dichten Bewuchses leider sehr unfotogenen Einschnitt zu verschwinden. weitere Bilder
Aber immerhin erreicht die Passauerbahn auf diese Weise das Tal des Innbachs, der auf einer modernen Betonbrücke kurzerhand überquert wird. In diesem Bereich liegen auch die Weichen der Überleitstelle Haiding.

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Auf den nächsten Kilometern folgt nun ein weiterer unheimlich fotogener Teil der Passauerbahn, die drei großen Kurven von Haiding. Wegen der Vielzahl der Eindrücke wird diesem Abschnitt ein eigenes Kapitel gewidmet, obwohl er geografisch eigentlich zum Hausruckviertel gehört.