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Ich trage einen großen Namen

Der EC "Joze Plecnik" im Wandel der Zeit und sein Ende

von Martin Radner und Heinrich Seitner




DER NEUE LAUFWEG


Wie bereits in der Einleitung dargelegt - eine (kommerzielle) Erfolgsgeschichte ist aus der EC-Verbindung zwischen Prag und Laibach nie geworden. Die Bahnverantwortlichen haben daher mit dem Fahrplanwechsel 2008/2009 den Laufweg des Zuges von Prag via Linz nach Salzburg geändert. Der Halt in Horni Dvoriste wurde gestrichen. Außerdem wurde EC 101 eine Stunde später und EC 100 eine Stunde früher gelegt. Seinen Namen hat der EC allerdings behalten, schließlich hat Architekt Plecnik ja auch auf der Prager Burg sein Können angewandt. Ob mit diesen Änderungen "der Stein des Weisen" gefunden wurde, wird die Zukunft zeigen; Zweifel sind allemal angebracht. Dass der Zuglauf nicht überhaupt auf die Strecke Prag - Linz beschränkt wurde, kann wohl nur umlauftechnische Gründe haben, denn zwischen Linz und Salzburg passt er nicht in das bestehende Taktgefüge und auch die Nachfrage nach Verkehrsleistungen konnte zu dieser Zeit vom bestehenden Zugangebot mehr als ausreichend befriedigt werden.
Natürlich gibt es auch vom neuen Teil des Laufweges einige Bilder, schließlich ist der Zug ja noch immer elegant wie eh und je. Und dass die Westbahn bei weitem nicht so fotogen ist wie die "Pyhrn", soll kein Hindernis sein.




Bedingt durch eine Streckensperre der Summerauerbahn (Bauarbeiten) wurde das EuroCity-Zugpaar 100/101 sowie die Nachtschnellzüge D 206/207 (beide Prag - Salzburg - Prag) im April 2009 zwischen Ceské Budejovice und Linz Hbf im Schienenersatzverkehr mit Autobussen geführt. Da die Wagen des in den frühen Morgenstunden in Salzburg Hbf aus Kurswagen von EN 467 und D 498 gebildeten D 206 aufgrund der Summerauerbahn-Sperre ohnehin den ganzen Tag in Linz standen, wurden die Sitzwagen aus diesem Nachtschnellzugpaar zwischendurch als EuroCity 101/100 von Linz Hbf nach Salzburg Hbf und zurück geführt, ehe sie am Abend - wieder vereint mit Liege- und Schlafwagen - als D 207 erneut die Reise nach Salzburg Hbf (weiter mit EN 466 Richtung Zürich bzw. D490 Richtung Zagreb) antraten. Natürlich gibt es auch von dieser, auf der Westbahn eher seltenen Zugkomposition Bilder.




Abzusehen war es schon lange - seit dem Fahrplanwechsel 2009/2010 ist es Realität: Der EC "Joze Plecnik" ist Geschichte - es lebe der IC "Anton Bruckner"!
Die mangelhafte Auslastung hat erwartungsgeäß nicht nur zu einer "Degradierung" sondern auch zu einer Laufwegkürzung auf die Relation Prag - Linz geführt. Nun darf gehofft werden, dass es dabei bleibt, allerdings steht zu befürchten, dass auch der IC bald Geschichte sein und in seiner Trasse ein ganz stinknormaler REX die wenigen Reisenden zwischen Linz und Budweis befördern wird.