Breitenschützing

Bahn-km: 233,490      Seehöhe: 390 m

Copyright: Martin Radner und Heinrich Seitner



Breitenschützing ist ein Ortsteil der 1.350-Seelengemeinde Schlatt.
Der Bahnhof und sein Umfeld wirken bereits auf den ersten Blick irgendwie "anders". Der Platz zwischen dem Aufnahmsgebäude und dem Richtungsgleis 2 der "West" war nämlich früher einmal mit Gleisen ausgelegt, denn in Bahnhofsnähe gab es ein Ziegelwerk und andere Bahnkunden.
Von 1859 bis 1966 existierte auch eine 11,4 km lange, auf 1.106 mm Spurweite betriebene Dampfbahn, die Breitenschützing mit Wolfsegg am Hausruck verbunden hat. Auf dieser Strecke wurde hauptsächlich Braunkohle aus dem Revier "Kohlgrub" transportiert und in Breitenschützing auf Normalspurwaggons umgeladen. Daneben gab es jedoch ab 1936 auch einen eingeschränkten Personenverkehr, dessen Kuriosum darin bestand, dass die Personenwaggon allein mit Hilfe der Schwerkraft talwärts rollten, während sie bergwärts einem der leeren Kohlezüge beigegeben wurden.
Die Neuzeit hat den Bedarf nach Eisenbahn drastisch schwinden lassen, so dass man die Gleise im Zuge des Bahnhofumbaues abgetragen und dafür eine Bahnsteigüberdachung samt Unterführung errichtet hat. Dadurch entstand ein "Bahnhofvorplatz" im wahrsten Sinne des Wortes.
Allerdings - und damit dürfte Breitenschützing so ziemlich der einzige Bahnhof in Oberösterreich sein - liegt auch auf der Straßenseite des Aufnahmsgebäude ein Gleis, das zu zwei Rampen, zur Freiladefläche und auch zu einem Bahnkunden führt und aus dem Bahnhof sozusagen einen "Inselbahnhof" macht!
Wider Erwarten residiert im schmucken Gebäude sogar noch ein Fahrdienstleiter, denn von Breitenschützing aus wird (wurde) die Abzweigung der "Haager Lies" in der Hst. Neukirchen bei Lambach ferngesteuert.



Die etwas eigenwillige Anordnung des Bahnsteigdaches am Bahnsteig des Richtungsgleises 2 zeigt dem durchaus schmucken Aufnahmsgebäude die "kalte Schulter" und ist der Zugbeobachtung durch den diensthabenden Fahrdienstleiter nicht gerade dienlich. Doch nicht nur auf dieser Seite fahren Züge, auch an der Rückseite des Aufnahmsgebäudes liegt ein Gleis, welches allerdings nur für Verschubfahrten zu den Rampen an der Freiladefläche benützt wird.

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Immerhin - der gute Wille steht fürs Werk. Wenngleich nicht das Gelbe vom Ei, so hat man doch wenigstens versucht, der neuzeitlichen Unterführung ein "Gesicht" zu geben. Als weiterer positiver Effekt sind ausreichend breite Bahnsteige entstanden und das ist auch gut, denn in Breitenschützing braust alles außer den Regionalzügen durch.

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In einem eleganten Bogen verlässt die "West" den Bf. Breitenschützung Richtung Westen und zeigt uns gleich nach der Ausfahrt wieder einmal eindringlich, wie sie in wenigen Jahren aussehen möchte: Himmelhohe Betonmasten, zwischen denen Züge mit Hochgeschwindigkeit dahinbrausen.

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Natürlich darf bei so einem Outfit auch ein "Loch" nicht fehlen. In diesem Falle ist es der seit 31.05.1997 in Betrieb befindliche, 710 m lange Römerbergtunnel. Bis zu seiner Fertigstellung hat die alte Westbahnstrecke den Römerberg an seiner Südseite umrundet und in einem eleganten Bogen Schwanenstadt erreicht. Die Bahntrasse gibt es zwar noch, doch Mutter Natur hat längst der Eisenbahntechnik den Garaus gemacht.

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