Eugendorf

Bahn-km: 302,782      Seehöhe: 502 m

Copyright: Martin Radner und Heinrich Seitner


Die Siedlung von Eugendorf wird bereits im Jahr 736 erstmals urkundlich erwähnt. In den Folgejahren war der Ort vielfach sogar Sitz von verschiedenen Adelsgeschlechtern, die im Dienste der Erzbischöfe von Salzburg standen.
Der wirtschaftliche Aufschwung in den letzten 150 Jahren hat es mit sich gebracht, dass sich die Bevölkerungszahl mehr als verdreifacht hat; in Eugendorf wohnen heute rund 6.200 Menschen. Der Anschluss des Gemeindegebietes an die Autobahn A 1 hat das Wachstum zusätzlich beschleunigt und zur Gründung großer Gewerbegebiete geführt. Seit 1987 hat die Gemeinde auch das Marktrecht.
Ausgehend von der gewaltigen Siedlungsdichte und den zahlreichen gewerblichen Ansiedlungen müssten wir es hier eigentlich mit einem Großbahnhof an der "West" zu tun haben, aber die Bahnmagistrale bekommt von all dem nichts ab - zu übermächtig ist die Konkurrenz der Westautobahn und die Bequemlichkeit des Autos. Außerdem liegt der Bahnhalt doch ziemlich abseits, sodass sich kaum jemand die Mühe macht, ihn aufzusuchen. Zudem ist der Fußweg nach Eugendorf beschwerlich und steil. Was ihm bleibt, ist die Heimeligkeit des Fischachtales; die ist "bahnmäßig" halt leider nicht verwertbar.



Von Seekirchen kommend überquert die "West" zunächst die Fischach, dann beginnt ein doch recht starker Bogen, in dessen Verlauf die Hst. Eugendorf liegt. Ein leerer Parkplatz, zwei kleine Unterstände und ein Fahrkartenautomat - das wars.
Eine Straße führt steil bergan Richtung Ortszentrum, unterhalb der Haltestelle steht das schöne Ensemble der alten Fischachmühle und aus der Ferne grüßt noch einmal der Turm der Kirche von Mühlberg. Der Rest ist Dschungel und Stille, nur unterbrochen vom Lärm der Züge und dem Rauschen der Fischach. Sonst gibt es hier nichts.
Eugendorf ist allerdings ein recht schmuckes Dorf, leider eingerahmt von überaus stark befahrenen Straßen und der A 1. Hier erlebt man "Verkehrshölle pur", zusätzlich angefacht durch ein großes Gewerbegebiet im Bereich des Autobahnzubringers. Aber Gewerbe bringt Geld und Eugendorf ist eine der vielen wohlhabenden Gemeinden rund um die Landeshauptstadt Salzburg.

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Die "West" nimmt gleich nach der Haltestelle den überaus komplizierten Abschnitt des Fischachtales in Angriff. Insgesamt viermal werden die Züge diesen kleinen Fluss bis zum nächsten Bahnhof noch überqueren und das bei ganz gemächlichem Tempo; Geschwindigkeit ist hier ein Fremdwort - auch für die Railjets!
Wege, Straßen oder sonstige Versorgungs-Infrastruktur gibt es nicht - wer hier also fotografieren will, tut gut daran, sich mit entsprechendem Schuhwerk und Proviant zu rüsten. Doch ganz so einsam, wie man sich hier fühlt, ist man dann auch wieder nicht, denn es gibt selbst in dieser Abgeschiedenheit menschliche Ansiedlungen!
Außerdem ist die Ruhe "trügerisch", denn wenn die Fischach Hochwasser führt, dann bleibt in diesem engen Tal kein Stein auf dem anderen.

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Nach der 5.Fischachbrücke weitet sich das Tal und die "West" passiert in unmittelbarer Nachbarschaft eines alten aufgelassenen Wärterpostens die Einfahrsignale des Bf. Hallwang-Elixhausen.

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