Neukirchen - Gampern

Bahn-km: 257,090      Seehöhe: 463 m

Copyright: Martin Radner und Heinrich Seitner



Wer sich hier herumtreibt, tut es sicher nicht wegen der namensgebenden Gemeinde (außer er ist einer ihrer 2.450 Einwohner), er trachtet vielmehr danach, nach Gampern zu gelangen, einem kleinen Ort gut 3 km südlich der Haltestelle. Dort findet er eines dieser vielen kulturhistorisch interessanten Kleinode, die Oberösterreich so sympathisch machen, die Pfarrkirche "St.Remigius" mit ihrem gotischen Flügelaltar.



Mitten im Tal der Vöckla steigt plötzlich ein Überführungsbauwerk aus der Weite des Landes und stört die Harmonie des Landschaftsbildes nachhaltig. Doch außer einem einsamen Haus, das früher einmal ein Wirtshaus war, und einem modernen "Notunterstand" ist weit und breit nichts zu sehen. Wir haben die Hst. Neukirchen-Gampern erreicht.

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Ein Spruchband amüsiert zunächst, aber die Bestätigung folgt auf den Fuß: Hier hält selbst der Regionalverkehr nur mehr in den Tagesrandlagen an! Die Fahrgastfrequenz war ja immer mehr als dürftig, was nicht weiter verwundert, denn die Orte Neukirchen und Gampern liegen kilometerweit entfernt. Wen es also in die Bezirkshauptstadt Vöcklabruck zieht, der benützt sinnvollerweise das Auto. Das Plakat hilft jedenfalls nichts - wenn die Bahn nicht benützt wird, hält sie auch nicht. Und "Ersatz" gibt es ja bereits - er fährt halt auf Gummirädern!
Jedenfalls lässt sich der durchfahrende Zugverkehr recht gut beobachten, denn es gibt moderne hohe Bahnsteige - ausgelegt für den Massenansturm kommender Jahrzehnte.

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Wesentlich interessanter ist jedoch ein Besuch in Gampern, einem kleinen Ort gut 3 km südlich der Haltestelle. Dort erwartet uns die Pfarrkirche "St.Remigius", deren Ursprung im Jahre 800 datiert. Der heutige Kirchenbau stammt aus den Jahren 1480 und folgend und beherbergt einen Schatz, der seinesgleichen sucht - einen gotischen Flügelaltar, geschaffen in den Jahren 1497 bis 1507 von einem unbekannten Künstler. Neben Kefermarkt an der Summerauerbahn und St. Wolfgang an der Schafbergbahn gehört dieser Schnitzaltar sicher zu den herausragendsten Kunstschätzen, die das Land ob der Enns zu bieten hat.

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Wieder zurück in der Haltestelle schweift der Blick nach Westen. Schnurgerade (na gut - annähernd schnurgerade!?!) zieht die "West" Richtung Redl-Zipf an der kleinen Ortschaft Zeiling vorbei. Und so wie es in der Gegend eben Haltestellen ohne haltende Züge gibt, kommen auch Railjets ohne passende Lok des Weges!

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