Die Westbahn

zwischen Linz und Salzburg

Copyright: Martin Radner und Heinrich Seitner




Kurzgeschichte



  • 1856 kommt es zur Gründung der "k.k.privilegierten Kaiserin Elisabethbahn Gesellschaft" durch Hermann Dietrich Lindheim und Ernst Merck. Die Gesellschaft wird nach Elisabeth, Herzogin von Bayern, spätere Gemahlin Kaiser Franz Josefs, Kaiserin von Österreich (1854-1898) und seit 1867 Königin von Ungarn benannt .

  • 1856 wird zwischen Bayern und Österreich ein Staatsvertrag geschlossen, der u.a. die Errichtung von Eisenbahnstrecken zwischen Wien und Salzburg bzw. Wels und Passau vorsieht.

  • Im Zuge des Bahnbaues muss auch die Konzession der "Ersten österreichischen Eisenbahngesellschaft" hinsichtlich des Betriebes der Pferdeeisenbahn Budweis - Linz - Gmunden abgelöst werden.

  • 1856 werden im Bf. Rekawinkel die Arbeiten zur Errichtung der Bahnstrecke Wien - Salzburg aufgenommen

  • 1857 führt die "k.k.privilegierte Kaiserin Elisabethbahn Gesellschaft" ein Pensionsinstitut ein.

  • Am 04.08.1858 finden die ersten Probefahrten auf der neuen Linie von Linz nach Lambach statt.

  • Am 21.11.1858 erfolgt die Eröffnung des Linzer Bahnhofes, auch "Westbahnhof", später "Staatsbahnhof" und ab 1938 "Hauptbahnhof" genannt. Vom Bahnhof führt damals noch ein Verbindungsgleis zum so genannten "Südbahnhof", auf dem weiterhin die pferdebespannten Züge Richtung Budweis gebildet wurden.

  • Am 01.03.1860 wird der Streckenabschnitt von Lambach nach Frankenmarkt für den Personenverkehr frei gegeben.

  • Am 01.08.1860 kann der gesamte eingleisige Streckenabschnitt von Linz nach Salzburg eröffnet werden.

  • Am 01.10.1860 rollt bereits der erste "Vergnügungszug" von Wien nach Paris über den neuen Schienenweg.

  • Am 31.07.1861 wird die eingleisige Strecke von Wels nach Passau eröffnet.

  • 1870 erwirbt die "k.k.privilegierte Kaiserin Elisabethbahn Gesellschaft" auch die Konzession für die Linie von Neumarkt-Kallham nach Braunau.

  • 1871 wird diese Strecke bis Simbach verlängert und mit dem bayrischen Bahnnetz verbunden.

  • Ab 28.08.1874 wird zwischen Linz und Wels zweigleisig gefahren; der restliche Ausbau bis Salzburg wurde 1903 abgeschlossen.

  • Ab 24.06.1884 wird die "k.k.privilegierte Kaiserin Elisabethbahn Gesellschaft" in das Vermögen der öffentlichen Hand eingegliedert. Der Name der Kaiserin wird aus der Firmenbezeichnung gestrichen. Sehr schnell bürgert sich im landläufigen Sprachgebrauch die Bezeichnung "Westbahn" ein.

  • Ab dem 01.05.1899 wird zwischen Linz und Hörsching der Streckenblock eingeführt; bis zum Jahre 1905 ist die Strecke bis Salzburg blockmäßig gesichert.

  • Ab 1920 wird der Betrieb auf der Strecke sukzessive auf Rechtsfahren umgestellt.

  • Nach dem Anschluss Österreichs nimmt die Deutsche Reichsbahn massive Ausbauten entlang der Westbahn vor. (Linz Vbf., Wels Vbf.)

  • 1952 ist die Elektrifizierung der gesamten Strecke zwischen Wien und Salzburg abgeschlossen.

  • Seit Ende 1957 werden auf der Westbahn nur mehr Betonschwellen verlegt.

  • Ab 01.06.1958 wird die Streckenhöchstgeschwindigkeit abschnittsweise auf 130 km/h angehoben. Erstmals werden auch Twg der Rh 4130 für die Führung des legendären "Transalpin" verwendet.

  • Zwischen dem 25.10.1957 und dem 12.06.1968 wird im gesamten Abschnitt zwischen Linz und Salzburg die Zugsicherung durch INDUSI eingeführt.

  • Zwischen dem 01.01.1992 und dem 01.03.1993 wird zwischen Linz und Wels die Linienzugbeeinflussung (LZB) in Betrieb genommen.

  • Ab 23.05.1993 kann zwischen Linz und Wels mit 200 km/h gefahren werden, allerdings wird die Streckenhöchstgeschwindigkeit später zeitweise wieder auf 160 km/h reduziert.

  • Zwischen 31.05.1997 und 24.06.1997 erfolgt die Inbetriebnahme des ca. 4 km langen HL-Abschnittes Breitenschützing - Schwanenstadt durch den 710 m langen Römerbergtunnel.

  • Am 11.2.2001 wird mit einer Lok der Rh 1016 im Bahn-km 221,500 bei Gunskirchen eine Rekordgeschwindigkeit von 255 km/h erreicht.

  • Im Jahre 2002 werden im Bereich der Umfahrung Lambach einige Weichen mit dem Antriebssystem "Hydrostar" der VAE Eisenbahnsysteme GmbH ausgerüstet und für die Befahrung mit 250 km/h in der Geraden ausgelegt.

  • Am 01.08.2010 feiert die "West" im Abschnitt zwischen Linz und Salzburg ihren 150-sten Geburtstag!



Das heutige Gesicht der Westbahn ist natürlich von Beton und Glas, von Lärmschutzwänden und Mastenwäldern, von Triebwagen der Type "Talent" und vom neuen Railjet geprägt. Die Verkehrsdichte und der Wunsch nach schnellen Zugverbindungen lässt eben für Eisenbahn-Nostalgie keinen Raum mehr - wer das nicht versteht oder verstehen will, ist an der Strecke absolut fehl am Platz.
Zwischen Wels und Linz ist die Kapazitätsgrenze zu Spitzenzeiten längst erreicht; dazu kommt noch, dass abschnittsweise bereits Geschwindigkeiten um die 200 km/h gefahren werden, was allein für sich schon entsprechende Streckeneinrichtungen und Sicherheitsvorkehrungen nach sich ziehen muss.

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Auch hinter den Kulissen hat die Elektronik längst ihren Siegeszug angetreten. An Bahnstrecken, an denen es kaum mehr Personal gibt, werden die Informationen eben in Form von Bits und Bytes weitergegeben. All das hat den sehr angenehmen Nebeneffekt, dass der Informationsgrad über Zustand und Belegung der Strecke ungleich höher ist als früher, als die Züge sozusagen "von Posten zu Posten" durchgereicht wurden.

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Und dennoch - es gibt auch Bereiche, in denen die "West" noch ein bisschen "gute alte Eisenbahn" sein darf.
Da ...........

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Aber solche "Accessoires" sind wohl oder übel bereits vom Aussterben bedroht, denn vom heutigen Bahnbetrieb wird "Hochleistung" und "betriebswirtschaftliche Nachhaltigkeit" verlangt - und da sind "fehleranfällige menschliche Beiträge" möglichst hintanzuhalten. Ob solche Prämissen zu stets freizeigenden Signalen führen und die "Zukunft auf Schiene" bringen, wird sich weisen; hinterfragenswert sind sie bei einem "Massenverkehrsmittel" allemal.

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