Redl - Zipf

Bahn-km: 259,723      Seehöhe: 479 m

Copyright: Martin Radner und Heinrich Seitner



Redl-Zipf ist keine eigene Gemeinde im politischen Sinn; es handelt sich vielmehr um die getrennten Ortsteile Redl und Zipf, welche beide zur Gemeinde Neukirchen an der Vöckla gehören, deren zugehörige Haltestelle die "West" vor wenigen Kilometern passiert hat. Dennoch - Redl-Zipf kennt man allenthalben, zumindest ist der Name jedem Biertrinker ein Begriff:
Im Jahre 1858 erwarb der Wiener Kaufmann Franz Schaup verschiedene Realitäten eines Torfbades, einer Mühle und eben eine kleine Brauerei, in der damals weniger als 2.000 hl Bier pro Jahr gebraut wurden. 1943 wurden Teile der Brauerei von den Nationalsozialisten beschlagnahmt und in den Räumlichkeiten eine Außenstelle des KZ Mauthausen eingerichtet, in der die Häftlinge Treibstoff für die Raketen der Type V 2 herstellen mussten. Auch Raketentriebwerke wurden hier getestet. Ab 1945 war die Brauerei sogar Sitz der "Aktion Bernhard", deren Aufgabe darin bestehen hätte sollen, Banknoten zu fälschen. Allerdings kam deren Arbeit wegen des Kriegsendes nicht mehr zum Tragen.
Nach dem Krieg wurde unverzüglich mit dem Wiederaufbau der teilweise beschädigten Anlagen begonnen. 1967 wurde in den Sudkesseln erstmals das Bier der Marke "Zipfer Urtyp" gebraut, das wegen seines herben Geschmackes schnell eine Berühmtheit wurde. Heute hat die Brauerei einen Ausstoß von mehr als 1.000.000 hl pro Jahr.
Während das Bier früher über eine eigene Anschlussbahn auf der Schiene abtransportiert wurde, hat in unseren Tagen der LKW diese Aufgabe übernommen, obwohl es die Anschlussbahn noch immer gibt.



Fotografisch hat der Bf. Redl-Zipf wenig zu bieten, allerdings sei als Besonderheit doch erwähnt, dass es nach Timelkam auch hier noch eine schienengleiche Eisenbahnkreuzung mit Schranken gibt.
Güter werden ebenfalls verladen, wenngleich das Frachtaufkommen durch den Wegfall der Bierlieferungen der Brauerei Zipf eher bescheiden ist.

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Außer Regionalzügen fährt im Bf. Redl-Zipf alles durch.
Vor einigen Jahren konnte man allerdings immer wieder Sonderverkehre von privaten EVUs beobachten. Die Züge wurden in einem Großsägewerk im nahen Vöcklamarkt mit Hackschnitzel beladen; aus Platzmangel im dortigen Bahnhof mussten Teile dieser Züge stets im Bf. Redl-Zipf hinterstellt werden.
Bis ins Jahr 2007 wurden hier auch die Vorspannloks der schweren Coilzüge abgehängt und als Nachschiebe wieder an den Zug gestellt, denn immerhin wird es ja in Kürze mit der "West" mächtig bergauf gehen.

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Unmittelbar nach der letzten Weiche des Bahnhofes verändert die "West" in einem ungemein eleganten Bogen ihre Fahrtrichtung um 90° Richtung Süden und bahnt sich ihren Weg mitten durch das liebliche Tal der Vöckla.
Nach dieser Richtungsänderung folgt ein Abschnitt, der vor kurzem ein "update" erhalten hat und uns an einer Reihe von recht fotogenen Fischteichen vorbeiführt.
Über die 5.Vöcklabrücke erreicht die "West" anschließend den Bf. Vöcklamarkt.

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