Timelkam

Bahn-km: 253,318      Seehöhe: 450 m

Copyright: Martin Radner und Heinrich Seitner



Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes stammt aus dem Jahre 1399. Bis ins 15.Jhdt. war die Ansiedlung im Besitz der Grafschaft Schaunberg. 1512 wurde Timelkam das Marktrecht verliehen. 1609 errichteten die Bürger den Marktturm und ab 1615 wurde regelmäßig Markt abgehalten. Im Jahre 1710 erhielt Timelkam sogar das Recht, für die Benützung der Brücke über die Vöckla Maut einzuheben. In der Gemeinde leben heute etwa 6.000 Menschen.
Bekannt ist Timelkam vor allem als Kraftwerksstandort der oberösterreichischen Energie AG. Der erste Kraftwerksbau datiert aus dem jahre 1925; das Dampfkraftwerk wurde nach Errichtung der Kohlenbahn von Timelkam nach Ampflwang in den Jahren 1922 bis 1925 mit Braunkohle aus dem Hausruckgebiet beliefert. 2005 wurde zusätzlich ein modernes Biomassekraftwerk und 2008 eine neue Gas- und Dampfturbinenanlage errichtet, deren 347 to schwerer Generator in den USA gebaut, dann per Schiff nach Linz und am 08.01.2008 per Spezialtransport der Bahn an seinen jetzigen Standort verbracht wurde. Daneben betreibt die Energie AG auf dem Areal noch ein Fernwärmewerk.
Außerdem zweigt in Timelkam die Museumsbahn nach Ampflwang ab, auf der regelmäßig Nostalgiezüge der ÖGEG verkehren. Der Verlauf der Bahnstrecke entspricht der ehemaligen Werksbahn der Wolfsegg-Traunthaler-Kohlenwerks GesmbH. in das aufgelassene Braunkohlerevier am Hausruck.



"Bahnmäßig" verdient das schön gestaltete und bestens erhaltene Bahnhofsgebäude eine besondere Erwähnung, gleicht es doch stark jenem von Breitenschützing und ist einer der letzten Zeugen für den Baustil aus der Zeit der Westbahnerrichtung.
Als "Relikt der guten alten Zeit" hat der Bahnhof im Bahn-km 252,995, 253,721 und 254,265 noch 3 schienengleiche, mit Schranken gesicherte Eisenbahnkreuzungen vorzuweisen.

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Der Marktturm von Timelkam teilt die alte Bundesstraße 1 in zwei Fahrbahnhälften. Dank der neuen Umfahrung ist es ja im Marktflecken heute verkehrsmäßig relativ ruhig geworden.
Sehr sehenswert ist die Anlage von Schloss Neu-Wartenburg im nördlichen Gemeindegebiet. Der Komplex wurde im Auftrag des Grafen Saint-Julien-Wallsee zwischen 1730 und 1732 vom Wiener Architekten Anton Erhard Martinelli erbaut.

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Die mächtigen Kraftwerksblöcke des Dampfkraftwerkes der Energie AG dominieren natürlich die Bilder des Eisenbahnbetriebes, aber das stört nicht weiter; der "Normalbetrieb" ist ja nicht so umwerfend, dass man ihn ungestört genießen will.

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Steht eine Sonderfahrt am Programm, kommt es unweigerlich zum Zusammentreffen von "altem Eisen" und neuzeitlichem Plastik, denn in Timelkam erreicht die Museumsbahn der Fa. ÖGEG aus Ampflwang die Schienen der "West". Im bildlich dokumentierten Falle rollt zunächst 139 310 mit einem Sonderzug aus Deutschland an, trennt sich aber schnellstens von ihrer Last, denn ab hier geht die Reise mit dem Dampfross weiter Richtung Osten, während der deutsche Lokveteran von einer ebenfalls wartenden Kleindiesellok in das Depot der Fa. ÖGEG nach Ampflwang geschleppt und dort hinterstellt wird, bis es den Sonderzug wieder in seine Heimat zieht.

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Im folgenden Streckenabschnitt vom Bf. Timelkam bis zum Bf. Seekirchen am Wallersee hat die "West" - wie bereits erwähnt - als Besonderheit noch einige schienengleiche Bahnübergänge zu bieten (natürlich alle fahrstraßenabhängig gesichert oder zuggesteuert), doch man ist eifrig bemüht, die Reste der "guten alten Eisenbahn" zu entfernen und die moderne Bahn "einzuhausen", wie ein Lokalaugenschein im Bereich der EK im Bahn-km 254,265 nahe Timelkam und weiter Richtung Hst. Neukirchen-Gampern zeigt. Freilich - gelegentlich gibts das berühmte "Loch"; auch das wurde dokumentiert!

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