Vöcklabruck

Bahn-km: 247,966      Seehöhe: 434 m

Copyright: Martin Radner und Heinrich Seitner



Die Hauptstadt des gleichnamigen Bezirkes, in der heute 11.950 Einwohner leben, ist im Vergleich zum Bahnknoten Attnang-Puchheim wirtschaftlich ungleich bedeutender. Hier tut sich sozusagen etwas: Sitz des Bezirksgerichtes und der Bezirkshauptmannschaft, Standort eines Landeskrankenhauses mit 12 Fachabteilungen, 15 Schulen, davon 7 mit Maturaabschlussmöglichkeit, Einkaufsstadt - und so ganz nebenbei noch eine sehr romantische Altstadt, das ist eine wahrhaft gute Mischung an Zutaten.
  • Von 15 n.Chr. bis zum Ende des 5.Jhdts. war Vöcklabruck Teil der römischen Provinz Noricum.
  • Ab 550 begann die Besiedlung durch bayrische Einwanderer.
  • Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus demjahre 1134.
  • Zwischen 1134 und 1143 wurde von Pilgrim von Weng am Ufer der Vöckla ein Hospiz errichtet.
  • Der Stadtplatz dürfte eine Gründung der Babenberger sein und stammt in weiten Bereichen aus dem 12.Jhdt.
  • 1358 erlangt Vöcklabruck das Stadtrecht.
  • Zwischen 1620 und 1628 ist der Ort an Bayern verpfändet. Die von dort eingeleitete Gegenreformation führt zu schweren Bauernaufständen.
  • Im Zuge der napoleonischen Feldzüge gelangt die Stadt an Frankreich, gleich danach an Bayern. Erst 1814 mit dem "Wiener Kongress" wird Vöcklabruck wieder dem österreichischen Staatsverband eingegliedert.
  • 1882 wird die Bahnlinie über Lenzing nach Kammer-Schörfling (der "Kammerer Hansl") eröffnet.
  • 1893 wird die Fa. Hatschek gegründet und der Werkstoff "Eternit" entwickelt.
  • 2007 wird in Vöcklabruck die große Landesgartenschau abgehalten.

"Schienenbezogen" hat Vöcklabruck ebenfalls einiges zu bieten: Der Bahnhof wurde in den vergangenen Jahren vollkommen neu gestaltet und wird seither von Attnang-Puchheim aus ferngesteuert. Seit 2008 halten auch die meisten IC-Züge der "West" in der Bezirkshauptstadt, was eigentlich schon immer hätte selbstverständlich sein müssen, zweigt hier doch eine recht bedeutende "Nebenbahn" ab, der so genannte "Kammerer Hansl", dessen Schienen über Lenzing nach Kammer-Schörfling am Attersee führen. Der Name "Kammerer Hansl" beschreibt eine aus Schotterablagerungen entstandene Hochfläche zwischen Vöcklabruck und Kammer am Attersee, die von der Bahnlinie natürlich erst einmal erklommen sein will. Der Gleisstrang steigt daher ab der Abzweigstelle im Bahn-km 250,233 der "West" bei Oberthalheim gleich einmal mächtig an.
Bedeutung hat der "Kammerer Hansl" vor allem wegen des Bf. Lenzing, wo die Anschlussbahn auf das Werksgelände eines der größten Zellstoff- und Viscosefaserhersteller Europas mit dementsprechend hohem Waggonaufkommen abzweigt. Daneben vegetiert auch noch ein unbedeutender Personenverkehr zwischen Attnang-Puchheim und Kammer-Schörfling. Zwar werden im Fahrplan 2009/2010 vier Zugpaare angeboten und das, obwohl der Verkehr schon einmal praktisch eingestellt war. Ob es dabei bleibt, wagt niemand zu sagen. Der parallel dazu im Stundentakt geführte Busverkehr der Fa. Stern & Hafferl nach Seewalchen wird dem "Kammerer Hansl" wohl ordentlich zusetzen.


Der unbesetzte Bahnhof hat wegen der wirtschaftlichen Bedeutung der Stadt in den letzten Jahren eine deutliche Aufwertung erfahren. Seit 2008 halten hier praktisch alle IC-Züge der "West", wodurch Vöcklabruck zu einem wichtigen Umsteigeknoten vom Regionalverkehr auf den Fernverkehr mutiert ist. Eigentlich wäre Vöcklabruck sogar ein Abzweigbahnhof, doch der Personenverkehr Richtung Lenzing und Kammer-Schörfling am Attersee ist vernachlässigbar.
In Vöcklabruck wurden bis vor wenigen Jahren auch Güter umgeschlagen und Waggons auf Straßenroller verladen, um sie zur ortsansässigen Wirtschaft zu transportieren. Von alle diesen kommerziellen Aktivitäten ist heute nichts mehr vorhanden, das Gütermagazin folglich nur mehr ein Schatten seinerselbst.
Bedeutend ist allerdings der Güterverkehr zur großen Papierfabrik in Lenzing.

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Durch mächtige Tore gelangt man auf den schönen Stadtplatz von Vöcklabruck, wo noch immer geschäftiges Treiben herrscht. Riesige Einkaufszentren vor den Toren der Stadt künden da für die Zukunft leider nichts Gutes.

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Durch den Halt der IC-Züge bestehen sowohl Ri Salzburg als auch Ri Linz bahnsteiggleiche Umsteigemöglichkeiten zwischen Regional- und Fernverkehr, was zweifellos angenehmer ist als das Umsteigen in Attnang, wo in jedem Fall der Bahnsteig gewechselt werden muss.
Der restliche Zugverkehr fährt hier durch, allerdings fungiert der Bahnhof auch als "Auffangbecken" für jene Züge, die in Lenzing gerade keinen Platz mehr finden.

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Der Schienenweg verlässt Vöcklabruck gut verpackt zwischen mächtigen Lärmschutzwänden (hier im dicht besiedelten Wohngebiet haben sie zweifellos ihre Berechtigung!) und überquert alsbald das kleine Flüsschen Vöckla; auf den weiteren Kilometern bis hinter Frankenmarkt wird dies noch fünfmal der Fall sein!
Kurz danach taucht plötzlich auf der linken Seite in Fahrtrichtung Salzburg oberhalb der noch immer allgegenwärtigen Lärmschutzwände die romantische St. Annakirche von Oberthalheim auf. Erbaut um 1495 wurde sie zwischen 1668 und 1671 barockisiert. Ihr markanter, 22 m hoher Turm ist schon von weither zu sehen. Die Kirche ist ein beliebter Platz für Trauungen.

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Unterhalb der St. Annakirche liegt im Bahn-km 250,233 die Abzweigstelle Vk1, an der der "Kammerer Hansl" vom Richtungsgleis 1 ausgehend die "West" verlässt. Gleich nach der Abzweigung steigen die Gleise stark an, denn es stellt sich ein nicht unbedeutender Höhenrücken, entstanden aus eiszeitlichen Schotterablagerungen, in den Weg. Die Bahnstrecke hat bis Lenzing große Bedeutung für den Güterverkehr, außerdem fahren 4 Personenzugpaare weiter bis an den Endbahnhof Kammer-Schörfling am schönen Attersee.
Der "West" gehen nach der Abzweigung neuerlich einige Züge verloren. Insbesondere der Güterverkehr ist tagsüber beinahe zu vernachlässigen, denn diese Verkehre werden überwiegend während der Nachtstunden abgefertigt.

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Langsam aber sicher verschwindet der Kirchturm von Oberthalheim wieder in der Weite des Landes. Die "West" hat die Vöckla bereits ein zweitesmal überquert und folgt nun ihrem Flussbett Richtung Westen. Wenige Meter nach dieser wunderbaren Fotostelle entscheiden die Einfahrsignale des Bf. Timelkam, ob weitergefahren werden darf oder nicht.

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