Wels

Bahn-km: 212,800      Seehöhe: 317 m

Copyright: Martin Radner und Heinrich Seitner



Wels ist mit 58.664 Einwohnern nicht nur die zweitgrößte Stadt Oberösterreichs, Wels ist auch eine ganz wunderbare und absolut sehenswerte "Wohlfühlstadt.
  • Bereits zur Römerzeit kann an dieser Stelle die Existenz des Kastells "Ovilava" nachgewiesen werden. Zeitweise fungierte dieser Stützpunkt sogar als Hauptstadt der römischen Provinz Noricum.
  • Nach der Zerstörung des Kastells während der Zeit der Völkerwanderung gelangte Wels im Jahre 776 unter die Herrschaft der Bayern und erhielt den Namen "Uueles". Bayernherzog Tassilo gründete übrigens im Jahre 777 unweit von Wels das Stift Kremsmünster.
  • In den folgenden Jahrhunderten entwickelte sich die Stadt unter den Habsburgern zu einem bedeutenden Handelszentrum. Kaiser Maximilian I., der 1519 hier verstarb, hob Wels sogar in den Rang einer landesfürstlichen Stadt.
  • Mit der Errichtung der Pferdeeisenbahn von Gmunden nach Budweis bzw. später mit dem Bau der Kaiserin Elisabeth Westbahn und der Passauerbahn entwickelte sich Wels auch zu einem der wichtigsten Eisenbahnknotenpunkte Österreichs.
Neben der Bedeutung für die Eisenbahn ist Wels Kreuzungspunkt wichtiger Autobahnen wie etwa der A 8 (Innkreisautobahn) und der A 9 (Pyhrnautobahn).
Die wirtschaftliche Bedeutung von Wels hat die Entwicklung zur europaweit bekannten Messestadt beschleunigt. Die "Welser Messe" und mehrere Fachmessen locken alljährlich eine Vielzahl von Besuchern an.


Im Bahn-km 208,811 verzweigen sich die Gleise der "West" zunächst in die weitläufigen Anlagen von Wels Vbf., dem mit Abstand größten Bahnhof zwischen Linz und Salzburg. Schier endlos ziehen sich die Gleisanlagen hin und neben den normalen Reihungsaufgaben eines Verschiebebahnhofes sorgen vor allem der ROLA- und der Containerterminal für gewaltiges Verkehrsaufkommen. Dazu kommen noch 10 Anschlussbahnen zu diversen großen Unternehmen, die ebenfalls eine Vielzahl von täglichen Verschubfahrten bedingen.

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Am westlichen Ende der Reihungsgruppe findet sich ein Rollberg, über dessen insgesamt 4 Gleisbremsen die Waggons auf 24 Richtgleise verteilt werden. Dem Rollberg folgt eine 12-gleisige Einfahrgruppe. Daneben ist eine Wagenwerkstätte für Schnellreparaturen situiert. Weiter Richtung Wels Hbf. befindet sich das Areal der Welser Traktion, wo sich immer wieder interessante "Arbeitspferde" der Bahn ein Stelldichein geben.

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Der Welser Hauptbahnhof wurde in den Jahre 2003 bis 2005 vollkommen neu gestaltet und umgebaut und macht seither einen absolut zeitgemäßen Eindruck. Die neumodern-coolen "Railjets" fahren zwar noch durch, aber ein Halt ist wohl - allein aus wirtschaftlicher Sicht - nur mehr eine Frage der Zeit.

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Die "Modernität" des Bahnhofes setzt sich am Bahnhofvorplatz fort - auch er wurde zeitgemäß (und übrigens wirklich ganz toll!) gestaltet. Erreichen kann man den Vorplatz sowohl vom Erd- als auch vom Zwischengeschoss aus. Dieser Weg führt über 49 Bodenintarsien, geschaffen vom bekannten Künstler Josef Wintersteiger. Die Intarsien zeigen Segmente aus Wappen von Orten, die man von Wels aus am Schienenweg erreichen kann und sollen das ständige Ankommen und Abfahren symbolisieren, wobei die Wappen darüber Auskunft geben, woher man kommt und wohin man geht.

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Obwohl der erste Blick, der sich vom Bahnhof aus auf die Stadt eröffnet, nicht gerade euphorisch stimmt, lohnt sich ein Rundgang durch die schönen Straßenzüge allemal, denn hier begegnen sich geschäftige wirtschaftliche Hektik und altstädtische Gemütlichkeit, ohne einander im Weg zu stehen und vor allem ohne sich zu bekriegen. Die Grenzen sind fließend, alles geht fast unmerklich ineinander über.

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Der Bf. Wels Hbf. ist geprägt von der Verkehrtrennung zwischen Westbahn und Passauerbahn. Der Zugverkehr ist bestens zu sehen und zu fotografieren, denn die öffentlich zugänglichen Flächen liegen allesamt südlich des Verkehrsgeschehens. (Das gilt auch für die wenigen Güterzuggleise im Norden des Bahnhofes!)

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Das markanteste Bauwerk im Bereich des Welser Hauptbahnhofes ist wohl immer noch das alte Stw 2 an der Ausfahrt Richtung Attnang-Puchheim bzw. Passau. Lange schon außer Funktion hat es dennoch Kultstatus - ist fast ein Wahrzeichen des Bahnhofes!

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Wels Hbf. hat (hatte!) aber auch 2 Spezialitäten zu bieten: Die Züge der Almtalbahn über Sattledt nach Grünau (von 1893 bis 1966 mit einem weiteren Streckenast von Sattledt nach Rohr an der Pyhrnbahn) und jene der "Haager Lies" nach Haag am Hausruck. Während man die Triebwagen der Reihe 5047 nach Grünau nach wie vor antrifft, sind die Fahrzeuge der "Haager Lies" nach der Auflassung der Strecke zwischen Neukirchen bei Lambach und Haag am Hausruck seit Ende 2009 bereits Geschichte.

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Doch alle Melancholie hilft nichts - unsere Reise geht nach dem Aufenthalt in der Messestadt weiter. Das alte Stw 2 weist den Weg: Die Züge der "West" werden nach links Richtung Attnang geschickt, während die Züge Richtung Passau (und damit die meisten privaten EVUs!) die nach rechts führenden Gleise zugewiesen bekommen. Auf der "West" wird es deshalb ab Wels bedeutend ruhiger; vorallem der Güterverkehr ist nun deutlich "dünner".

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Kaum hat die "West" das geschlossene Siedlungsgebiet verlassen, gilt es, einen der wichtigsten Verkehrsträger des oberösterreichischen Zentralraumes, die A 9, zu überqueren. Vom Bahnlärm ist hier trotz Fehlens von Lärmschutzwänden nichts zu hören - dafür sorgt mit Nachhaltigkeit der Straßenlärm, denn auch die Bundesstraße 1 quert wenige Meter daneben die A 9. An dieser Stelle ist das geflügelte Wort von der "Verkehrshölle" wahrlich mehr als angebracht!
Die "West" kümmert das nicht weiter, sie tangiert ein riesiges Gewerbegebiet, prall gefüllt mit Einkaufstempeln aller Art und wendet sich in weitem Bogen nach Südwest.

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Nun können die Züge der "West" getrost wieder auf ihre Höchstgeschwindigkeit beschleunigen, denn auf den nächsten Kilometern folgt ein Hochgeschwindigkeitsabschnitt, der uns durch riesige Schotterabbaugebiete zunächst nach Gunskirchen und dann nach Lambach bringen wird.

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